Lösung des Mai-Rätsels 2010
Streitbar und zerstreut

Sein wissenschaftlicher Ruhm brachte ihn auch in entlegene Orte.

In England galt damals noch der julianische Kalender, während große Teile des aufgeklärten Europa schon 10 Tage weiter waren. Viele, besonders die katholischen, Länder hatten bereits den gregorianischen Kalender (gelb-weiß ist die Flagge des Vatikan) eingeführt. Also ist Isaac Newton am 25.12.1642 geboren. Über ihn und seine wissenschaftlichen Arbeiten, philosophischen und naturwissenschaftlichen Dispute könnte man Bibliotheken füllen – was in England bestimmt schon einige Verehrer getan haben. Er wurde als Sohn eines Bauern geboren. Sein Vater starb jedoch vor seiner Geburt. In der Sprache der damaligen Zeit war er ein Philosoph. Das belegt auch der Titel seines Hauptwerkes: die 1687 veröffentlichte Philosophiae Naturalis Principia Mathematica, in der er die Gravitation und die Bewegungsgesetze erläuterte. Als Wissenschaftler anerkannt wurde er durch den Bau eines Spiegelteleskops. 1672 entwickelte er eine Theorie über die Beschaffenheit des Lichts, die ihm eine lebenslange Feindschaft mit Robert Hooke eintrug. Aber auch mit Christian Huygens stritt er sich darüber, ob Licht nun aus Wellen oder Teilchen bestünde, mit Leibniz darüber, wer der erste Differentialrechner war und mit Flamsteed über die unautorisierte Benutzung der so genannten Flamsteed-Bezeichnungen. 1703 wurde er Präsident der royal society, ein Jahr später starb Hooke und Newton veröffentlichte seine Lichttheorie. Er entwickelte seine eigene Temperaturskala und prangte bis 1984 auf der britischen 1-Pfundnote.

 

Lösung des April-Rätsels 2010
Das Gewissen der Physik

Sein wissenschaftlicher Ruhm brachte ihn auch in entlegene Orte.

Diesmal galt es eine echt harte Nuss zu knacken. Viele waren auf dem falschen Weg und schickten  den Chemienobelpreisträger Richard Kuhn als Lösung ein. Doch wir suchten seinen berühmtesten Schüler: Wolfgang Ernst Pauli, einer der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts.

Sein Vater war der Biochemiker Wolfgang Joseph Pauli, sein Pate der Physiker Ernst Mach (nach dem die Schallgeschwindigkeit benannt ist). Pauli postulierte den Spin als Eigenschaft von Elementarteilchen, insbesondere des Elektrons. Dadurch konnten einige offene Probleme in der Quantenmechanik gelöst werden. Der Spin ist anschaulich betrachtet so etwas wie die Drehrichtung des Elektrons. Ein Elektron kann sich nur entweder "rechtsherum" oder "linksherum" drehen – keine zwei Elektronen dürfen gleich sein. Sie unterscheiden sich zumindest in dieser Drehrichtung. Das ist in aller Kürze das Paulische Ausschlussprinzip. 1945 erhielt er den Nobelpreis für Physik.

Seine Brieffreunde waren unter anderem Werner Heisenberg und Niels Bohr, die ebenfalls die Quantenphysik maßgeblich geprägt haben. Eine weitere Anekdote berichtet, wie Heisenberg eine von ihm aufgestellte Theorie Pauli vorstellte. Als Antwort erhielt er einen Brief, in dem nur ein Quadrat gezeichnet war, mit der der Bemerkung "Ich kann malen wie Tizian". Darunter stand in kleiner Schrift: "Es fehlen nur die Details". Sein Physiklehrer am Gymnasium war Richard Kuhn, der 1938 den Nobelpreis für Chemie erhielt.

Über Pauli, das "Gewissen der Physik", kursierten in der Fachwelt Dutzende von Witzen, einer davon soll den Abschluss bilden: Nach Paulis Tod gewährte Gott ihm eine Audienz. Pauli fragte Gott, warum die Feinstrukturkonstante den Wert 1/137 habe. Gott nickte, ging zur Tafel und begann, Gleichung nach Gleichung in rasender Geschwindigkeit abzuleiten. Pauli sah zunächst mit großer Genugtuung zu, aber bald schon begann er heftig und entschieden, seinen Kopf zu schütteln ...


Lösung des März-Rätsels 2010
Edisons großer Gegenspieler

Nicola Tesla, geboren am 10. Juli 1856 in Smiljan bei Zadar, wanderte nach seinem Studium in Graz und Prag in die USA aus. Kurze Zeit arbeitete er tatsächlich für Thomas Alva Edison, der aus Gleichstrom allerlei zauberte. Aber endgültig Schluss mit lustig war, als Tesla den Wechselstrom entdeckte. Dieser ließ sich nämlich besser über lange Strecken transportieren. George Westinghouse nutzte diese Entdeckung, um die World Columbian Exhibition 1893 zu beleuchten. Edison tobte.

 

Tesla erfand übrigens auch das Radio und die Fernbedienung – ist damit also mitverantwortlich dafür, dass wir alle zu Couchkartoffeln mutieren. Nachdem er sich intensiv mit Magnetismus und Energie beschäftigte, haben ihn die Physiker in der Einheit der magnetischen Flussdichte mit dem Einheitenzeichen T verewigt.

Tesla war auch für den Bau des ersten Wasserkraftwerkes an den Niagarafällen verantwortlich. Seine Statue steht dort, den Blick auf die Fälle gerichtet. 

 

Nicola Tesla starb Anfang 1943 in New York, im Juni 1943 starteten die Militärs das Philadelphia-Experiment, um durch elektrischen Strom Schiffe unsichtbar zu machen. Aber erst den Klingonen gelang die serienmäßige Umsetzung dieser Tarnvorrichtung ;-).

Teslas wohl bekanntestes filmisches Erscheinen war in dem Streifen "Prestige - Duell der Magier". Gespielt wurde er von David Bowie. Und auch die Rockband hat sicherlich jeder erkannt - ACDC.


Lösung des Februar-Rätsels 2010
Mein Name ist Känguru, ich weiß von nichts

Die Geschichte vom „Ich weiß nicht“ ist offensichtlich eine nette Mär, die aber das etymologische Wörterbuch The Facts on File Encyclopedia of Word and Phrase Origins immer noch wiedergibt. James Cook, der Australienreisende soll die Eingeborenen befragt haben, wie das hüpfende Tier heißt, worauf die Eingeborenen antworteten: „Känguru“. Mittlerweile hat ein Sprachforscher aber eine Vokabel der Aboriginees ausgegraben, die „gang oo roo“ lautet und das Känguru bezeichnet. In Blüchersruh, benannt nach „Marschall Vorwärts“, Gebhard Leberecht Fürst Blücher von Wahlstatt, entkam um die vorletzte Jahrhundertwende eine Herde Bennet-Kängurus aus dem Zoo. Die Population stieg bis 1910 auf 60 bis 70 Exemplare. Dass die friedlichen Pflanzenfresser in der australischen Dürre ganz schön aggressiv werden, veranlasste Spiegel-online zur Schlagzeile „Hungriges Känguru ertränkt Hund“ – mittlerweile ist aus dem Känguru in allen Spiegelmedien wieder ein Känguruh geworden. Ein Tribut an die alte Rechtschreibung, weshalb wir natürlich beide Schreibweisen gelten ließen.


Lösung des Januar-Rätsels 2010
Der Verführer aller Couchkartoffeln

In Zeiten von LCD und Plasma eine Rarität: ein Röhrenfernseher

Vladmir Kosma Zworykin entwickelte 1923 mit dem Ikonoskop den ersten Bildabtaster/-transmitter und 1929 mit dem Kineskop den ersten Bildempfänger – auf Basis der Braunschen Kathodenstrahlröhre. Klingt ziemlich technisch und ist es auch, aber sagen wir es mal einfach: Wer hätte gedacht, dass das Fernsehen eine russische Erfindung ist? Zuerst in Nordamerika, später in Europa hielt das Farbfernsehen Einzug. Später, aber besser: Nicht ohne Stolz können wir Europäer behaupten, mit dem PAL-System, das bessere Farbwiedergabe-Verfahren zu haben als die Amerikaner. Bereits 1960 erlaubte der erste passive Satellit Übertragungen von Fernsehprogrammen über die Kontinente – allerdings in miserabler Qualität. Alle diese Entwicklungen erlebte Zworykin noch mit: Er starb am 29. Juli 1982 im US-amerikanischen Princeton.

 

Auch diesmal haben wir mehrere Lösungen gelten lassen: Ikonoskop oder das daraus entwickelte Farbfernsehen waren richtig.


Lösung des Dezember-Rätsels 2009
Taschentücher für Peking

Es gab auch diesmal wieder zahlreiche richtige Zuschriften auf unser Rätsel, auch wenn die Schreibweise variierte. Tsai Lun oder Cai Lun war egal, beides ist richtig.  

Tsai Lun lebte, als Trajan Kaiser in Rom war. Um das Jahr 105 herum präsentierte er dem Kaiser von China – damals regierte Han Ho Ti aus der Han-Dynastie – eine Erfindung, die heutzutage praktisch jeder Mensch in irgendeiner Form nutzt: das Papier! Vor seiner Zeit nutzten die Menschen in China Bambus oder Seide – das eine ergab ungeheuer schwere Bücher, das andere ungeheuer teure. In Europa waren Papyrus und Pergament (Tierhäute) im Einsatz. Seine Erfindung bestand in der neuartigen Zubereitung des Papiers und lieferte relativ homogene Papierblätter. Bereits im 2. Jahrhundert gab es in China Papiertaschentücher, im Jahr 363 erschien die erste Ausgabe der Pekinger Zeitung. Im 6. Jahrhundert stellte man Toilettenpapier her. Alleine in Peking wurden jährlich 10 Millionen Päckchen mit 1000 bis 10 000 Blatt produziert. Die Abfälle an Stroh und Kalk bildeten bald große Hügel, Elefanten-Gebirge genannt. Für den chinesischen Kaiserhof stellte die kaiserliche Werkstatt 720.000 Blatt Toilettenpapier her. Für die kaiserliche Familie waren es noch einmal 15.000 Blatt hellgelben, weichen, parfümierten Papiers. Der Kaiser beförderte Tsai Lun, er wurde reich.

Offensichtlich war sein Ehrgeiz aber größer: Er beteiligte sich an einer Palastintrige. Er hatte aufs falsche Pferd gesetzt – sie misslang und er musste einen Giftbecher schlucken. Zu Ehren Tsai Luns sollten Sie dieses Dokument herunterladen und in Ihrem Papierkorb verschwinden lassen. Wahlweise auf Ihrem Desktop oder aber als Ausdruck ganz physisch ;-)).


Lösung des November-Rätsels 2009
Unerschrockene Eisenbahnpioniere

Ein Ungeheuer? Nein, die Rocket im Londoner Science Museum.Diesmal galt es eine harte Nuss zu knacken. Viele kamen von der richtigen Fährte ab und schickten die falsche Lösung ein. Bei dem gesuchten Ereignis handelt es sich um das Rennen von Rainhill.

Zwei der Protagonisten des Rennens waren Robert Stephenson und sein Vater George Stephenson. Auf Drängen von George Stephenson schrieb die Liverpool and Manchester Railway 1829 einen Wettbewerb aus, um zu testen, ob Lokomotiven auch Steigungen überwinden können. Zehn Erfinder meldeten sich an, fünf erschienen zum Lok-Contest. Einer davon war Robert mit seiner legendären Rocket. Die Rocket konnte als einzige Lokomotive die Strecke bewältigen und gewann. Die Cycloped, eine Konkurrentenlok, schied aus, weil sie zuwenig Rauch produzierte. Genau genommen enthielt sie überhaupt keine Dampfmaschine, sondern lediglich ein Pferd, das im Inneren versteckt war. Wer hätte gedacht, dass das jemand bemerkt? ;-) Stephenson kassierte 500 Pfund Siegergeld und durfte acht Lokomotiven zum Streckenbetrieb liefern. Die Sans Pareil des unterlegenen Konkurrenten Hackworth wurde übrigens ebenfalls angekauft und lief wesentlich länger als die Rockets, die wenige Jahre später schon außer Dienst gestellt wurden. Überschattet wurde das Rennen von einer Tragödie: Bei der feierlichen Eröffnung der Strecke überrollte die Rocket einen Parlamentsabgeordneten – eines der ersten Eisenbahnopfer.


Lösung des Oktober-Rätsels 2009

Zeit für Heldinnen

 

 

Hypatia von Alexandria(ca. 370-415) war eine der bedeutendsten Naturwissenschaftlerinnen aller Zeiten. Nun ja, das will nicht viel bedeuten. Ganz im Ernst: Wieviele berühmte Naturwissenschaftlerinnen fallen Ihnen ein? Marie Curie, Lise Meitner und ... Das soll aber nicht bedeuten, dass die Leistungen der alten Ägypterin niedrig zu bewerten sind. Ihre gelehrten Zeitgenossen (ausnahmslos alles Männer) äußerten sich höchstlöblich über die Intelligenz und Charakterstärke von Hypathia.

Eigentlich war den Frauen der Zutritt zu öffentlichen Bildungseinrichtungen untersagt. Aber Hypathias Vater, Theon, ein Lehrer des berühmten Museions in Alexandria, ließ seiner Tochter eine sorgfältige Ausbildung zukommen. Sie erwarb ein umfangreiches philosophisches Wissen, mit dem sie laut Socrates Scholasticus (nicht der berühmte Sokrates aus Athen!) sämtliche Philosophen ihrer Zeit ausstach.

Sie unterhielt gute Kontakte zum Statthalter von Alexandria, aber auch zu christlichen Kreisen. Der spätere Bischof Synesios von Kyrene war ihr Schüler und ließ sich auch später noch gerne von ihr beraten. Nichtsdestotrotz fiel sie einem Mob von pseudo-christlichen Fanatikern zum Opfer – ähnlich der Bibliothek von Alexandria einige Jahre zuvor. Aber das ist eine andere interessante Geschichte.

Im Dezember kommt Hypathia bei uns ins Kino. Im Spielfilm "Agora" verkörpert Rachel Weisz die Ägypterin.


Lösung des September-Rätsels 2009
 
Störe meine Kreise nicht

Archimedes war einer der größten Mathematiker aller Zeiten. Er lebte auf Syrakus und schützte seine Heimatstadt im zweiten punischen Krieg vor den Römern mit selbst gebauten Brennspiegeln, Flaschenzügen, Hebewerkzeugen und Wurfmaschinen. Einer der römischen Soldaten erschlug ihn später, als er wieder mal in Gedanken versunken geometrische Figuren in den Sand malte („Störe meine Kreise nicht“ – noli turbare circulos meos). Wäre das nicht passiert, hätten Leonardo, Newton, Gauss, Euler und Konsorten nichts mehr zu entdecken gehabt und die Menschheit wäre bereits im 15. Jahrhundert zum Mond geflogen. Naja, er war zum Zeitpunkt seines Todes immerhin schon 75-jährig.

In einer Zeit, da 10.000 als unendlich galt, entwickelte Archimedes sein eigenes exponentielles Zahlensystem, das die Darstellung von Zahlen bis 1064 zuließ.

 

Er ermittelte einen guten Näherungswert für Pi und praktizierte das, was moderne Unternehmen heute noch von ihren Angestellten fordern: die „Quadratur des Kreises“. Die archimedische Schraube, eine Wasserhebevorrichtung wird heute noch im Nahen Osten eingesetzt und der Flaschenzug und das Hebelgesetz ... – also gut, Sie hatten das auch alles in der Schule. Er muss ein ruheloser Forscher gewesen sein: Heureka – ich hab´s gefunden: Auftrieb und spezifisches Gewicht entdeckte der Vollblutforscher beim Baden. Die Abbildung zeigte das Möndchen (oder auch Schustermesser „arbelos“) des Archimedes, wir hätten aber genauso gut eine Spirale oder einen der 13 archimedischen Körper abbilden können.


Lösung des August-Rätsels 2009

Die Frau mit dem grünen Daumen

Das war ziemlich schwierig diesmal. Immerhin gibt es in der Weltgeschichte nicht viele Frauen, die an derselben mitgeschrieben haben. Die einzigen Ausnahmen sind Damen, die diverse Throne bestiegen haben. Und so ist es auch hier: Semiramis (übersetzt: Täubchen) gilt als Königin von Babylon. Wann? Da sind sich die Quellen uneins: Die einen behaupten, Sie hätte Ninus gefreit, der etwa 2200 v. Chr. regierte, die assyrisch-babylonischen Königslisten verzeichnen eine Semiramis um etwa 800 v. Chr. Auch die Gärten der Semiramis oder die Hängenden Gärten von Babylon sind wohl gar nicht von ihr erbaut worden, sondern von Nebukadnezar II. Zwar hat Robert Johann Koldewey, einer der berühmtesten deutschen Archäologen, 1898 einige Palastruinen ausgegraben, Archäologen sind heute aber gespalten, was die Identität dieser Ruinen angeht. So werden die hängenden Gärten in historischen Dokumenten mit einer Größe von 120 x 120 m beschrieben, während es die Paläste von Koldewey gerade mal auf 45 x 45 m bringen. Zweifel sind also angebracht. Nichtsdestotrotz gelten die hängenden Gärten als eines der sieben klassischen Weltwunder. Auf mehreren Ebenen waren wohl verschiedene Gewächse gepflanzt, sodass es von Ferne aussah, als ob die Pflanzen in der Luft schwebten.

 


Lösung des Juli-Rätsels 2009

It's cool man!

Carl Paul Gottfried von Linde, der Erfinder des nach ihm benannten Linde-Verfahrens und Gründer der Linde AG war zeit seines Lebens der Mann fürs Kalte. Wenn andere durch Hunderte von Erfindungen glänzen, so war es bei ihm nur eine einzige: die Kältemaschine. 1868 wurde er außerordentlicher, 1872 ordentlicher Professor für Maschinenbau an der polytechnischen Schule in München. 1871 publizierte er einen Aufsatz über verbesserte Kältetechnik-Verfahren. Er nutzte dabei die Entdeckung von Joule und Kelvin, dass sich expandierende Gase abkühlen. Für ein Preisausschreiben konstruierte er 1873 eine erste Kältemaschine, die die Gärung von Bier bei konstanter Temperatur zuließ. 1879 gab er seine Professur auf und gründete die Linde AG. Der Durchbruch kam im milden Winter 1883/1884, als die Eisvorräte der Brauereien aufgebraucht waren. Die Vorbehalte der Brauer gegen Lindes Kunsteis schmolzen dahin. Doch Linde ging weiter. Schließlich konnte er mit seinen Maschinen Luft verflüssigen und ermöglichte so Tieftemperatur-Experimente. 1892, zwei Jahre nachdem er in den Aufsichtsrat gewechselt war, nahm er seine Professur wieder auf. Linde erlebte noch mit, wie sich sein Unternehmen nach der Weltwirtschaftskrise erholte. Er starb 1934 mit 92 Jahren, Träger des Siemens-Rings und von Ludwig II. in den Adelsstand erhoben. Gedenken Sie seiner, wenn Sie nächstes Mal im Sommer eine Runde Eis ausgeben.


Lösung des Juni-Rätsels 2009

Einmal rund um den Globus

 

Ferdinand Magellan, ein portugiesischer Edelmann in Diensten des spanischen Königs startete am 10. August 1519 mit fünf Schiffen in westlicher Richtung, um eine Route zu den Gewürzinseln zu finden. Am 28. Dezember 1520 hatte er mit drei Schiffen Südamerika umrundet und den Pazifik erreicht – beim Auskundschaften der Küste hatte die Santiago Schiffbruch erlitten und die San Antonio war aus freien Stücken nach Spanien zurückgekehrt. Noch ein Monat bis zu den Gewürzinseln – dachte Magellan. Tatsächlich dauerte es knapp vier Monate, bis die Vorräte wieder aufgefüllt werden konnten. Zwischenzeitlich aßen die Matrosen in Salzwasser gedünstetes Leder und Suppe aus Sägespänen. Der Zwieback war weit über das Verfallsdatum, Ratten avancierten zur Delikatesse. Beim Versuch die Insel Mactan, heute Teil der Philippinen, für die spanische Krone zu annektieren, wurde Magellan getötet. Die verbliebenen Seeleute versenkten die Concepcion. Die Trinidad versuchte nach Spanien zurückzukehren und wurde von den Portugiesen aufgebracht. Allein die Victoria unter Kapitän Juan Sebastian Elcano kehrte mit 18 Mann und 26 Tonnen Gewürzen nach Spanien zurück – die ersten Weltumsegler. Die Magellanstraße, der Magellan-Pinguin und die Magellanschen Wolken (zwei Galaxien, die man von der Südhalbkugel aus sehen kann) sind nach dem Entdecker benannt. Magellan selbst prägte die Begriffe Feuerland und Patagonien („Land der Großfüßer“).