Rätsel Mai 2010
Seine "neue Theorie des Lichts und der Farben" stellte er  in einem Aufsatz der Royal Society in London vor

Zwischen die Mühlen der Zeit geraten

Der König war bass erstaunt: Dieser Bauernsohn hatte doch tatsächlich was drauf. Seine Erfindung verschaffte ja einen prima Durchblick. Mit Licht, aber auch mit Temperaturen, konnte er offensichtlich ganz prima umgehen – und mit vielerlei mehr. Aber mit der Zeit hatte er so seine Probleme. Nein, er hatte sie nicht selbst verursacht, das konnten sich noch wichtigere Menschen auf die gelb-weißen bzw. rot-weißen Fahnen schreiben. Aber er stand jedes Jahr vor dem Problem, wann er denn jetzt eigentlich Geburtstag feiern sollte. Ob der Philosoph wohl Zeit dafür hatte? Man sagt ihm ja nach, dass er sehr zerstreut war. Außerdem hatte er häufig Streit mit einigen Kollegen aus der scientific community. Damals war halt noch viel in Bewegung. Allerdings hat er seinen Anteil daran geleistet, dass die Bewegung auf ein festes Fundament gestellt wurde. Die berühmteste Geschichte, die über den großen Kopf erzählt wird, ist aber Legende und wurde so von Voltaire in die Welt gesetzt. Der Gesuchte war Präsident der königlichen Gesellschaft und setzte einen Teil seiner wissenschaftlichen Vorstellungen durch, weil sein erbittertster Gegner vor ihm starb. Wie heißt der heute immer noch kräftige Kerl?


Rätsel April 2010
Er beliebte lang zu schlafen

Nein, nein, das darfst Du nicht!

Der Vater ein Biochemiker, der Patenonkel ein berühmter Physiker. Beide vererbten offensichtlich nicht nur einen Teil ihres Namens an den pfeiferauchenden Sprößling. Wahrscheinlich wurde das Kind mit genügend Kreiseln als Spielzeug gefüttert. Und hörte zu oft: Nein, nein, das darfst Du nicht! In Verbindung mit den Genen lag da doch der Werdegang auf der Hand: Nobelpreis. Und jetzt kommt das Beste: Er schrieb selten wissenschaftliche Veröffentlichungen, die für einen Ruf in der Fachwelt doch so dringend nötig waren. Stattdessen schrieb er an seine Freunde Briefe. Diese nahmen die Ideen auf und ließen sie in ihre Arbeiten einfließen. Es schien ihn nur wenig zu kümmern, dass andere sich seine Lorbeeren unter den Nagel rissen.
Sein Göttinger Mentor schrieb über seinen ehemaligen Assistenten an Einstein: „Der Bericht  ist nicht ganz vollständig. Ich erinnere mich, dass er lange zu schlafen liebte und mehr als einmal die Vorlesung um 11 Uhr verpasste. Wir schickten dann unser Hausmädchen um halb 11 zu ihm, um sicher zu sein, dass er auf sei. Er war ohne Zweifel ein Genius ersten Ranges; aber meine Besorgnis‚ einen so guten Assistenten werde ich nie mehr kriegen, war doch unberechtigt. Sein Nachfolger war ebenso genial und dabei gewissenhafter: ihn brauchten wir nicht wecken zu lassen oder sonst an seine Pflichten erinnern.“
Er war aber auch als Perfektionist bekannt und geißelte Fehler seiner Kollegen auf Schärfste. Diesen Ruf erarbeitete er sich bereits in der Schulzeit: Sein Lehrer (übrigens auch ein späterer Nobelpreisträger) erkannte in einer Unterrrichtsstunde einen Fehler, konnte ihn aber nicht korrigieren. Hilfesuchens wandte er sich an seinen Schüler: "Sagen Sie mir schon, wo der Fehler ist. Sie wissen es doch längst". Übrigens wird berichtet, dass in seiner Gegenwart häufig komplizierte experimentelle Apparaturen versagten oder völlig den Geist aufgaben. Wer ist der Namensgeber für diesen Effekt?

Rätsel März 2010
Den Blick auf das Wasser gerichtet

Auf und nieder, immer wieder

So ließe sich wohl am besten die bekannteste Entdeckung des Wahl-Amerikaners beschreiben, dessen Konterfei zahlreiche Geldscheine seiner Heimat zierte. Geprägt wurde sein Leben von einem Kampf der Systeme. Und auch eine der erfolgreichsten Hardrockbands verdankt ihren Namen diesem Zweikampf. Zuerst arbeitete er für seinen großen Konkurrenten, dann trennten sich die Wege und später bekämpfte jener ihn, denn seine Erfindung brachte Licht auf die World Columbia 1893. Auf 700 eigene Patente hat er es immerhin gebracht. Aber anders als sein Konkurrent, der im wesentlichen ans Geldscheffeln dachte, war er auch ein Visionär. Er träumte von einer besseren Welt: von einer Erde, befreit von Hunger und Not, von einem weltweiten Kommunikationssystem, von der Kontrolle des Menschen über das Wetter, von der Nutzung eines unbegrenzten Vorrats von Energie und, last not least, von einer ständigen Verbindung zu Bewohnern anderer Planeten. Vieles, was seinen Zeitgenossen wie Utopie erschien, gehört inzwischen zu den alltäglichen Errungenschaften des modernen Lebens - gedenken sie seiner, wenn sie das nächste Mal von ZDF auf RTL umschalten -, anderes wird bis heute nicht verstanden oder aber der Öffentlichkeit vorenthalten: ein Teil seiner schriftlich skizzierten Erfindungen verschwand in geheimen Militär- und Staatsarchiven. Kurz nach seinem Tod versuchte das Militär eine seiner Ideen so spektakulär umzusetzen, dass es später sogar für einen Film reichte. Wie heißt der Erfinder, der in einem magischen Wettstreit von einem englischen Rockstar gespielt wurde?


Rätsel Februar 2010
Dies tierische Gewächs trägt den Namen unseres Ich weiß nicht.

Tierisch schweres Rätsel

„Was ist das für ein Tier?“, fragte Jakob, seines Zeichens Koch und Entdecker, die Einheimischen, die daraufhin geantwortet haben sollen: „Ich weiß nicht“. Und weil jeder der Gesprächspartner sich in seiner Sprache unterhielt, war der Weltreisende zufrieden und vermerkte in seinem Reisetagebuch: „Neues Tier entdeckt. Name: Ich weiß nicht“. Das „Ich weiß nicht“ ist übrigens ein recht robustes Tier, das nicht nur auf dem von Jakob bereisten Erdteil überleben kann. An der Jahrhundertwende vom 19. auf das 20. Jahrhundert brachen in Schlesien einige der Exemplare aus dem örtlichen Zoo aus und lebten putzmunter einige Jahrzehnte in freier Wildbahn – 1980 wurde das letzte Exemplar erlegt. Der Ort, an sich dies zutrug, hieß bis 1945 nach einem berühmten preußischen Feldherrn, der in der Gegend seinen Altersruhesitz bezogen hatte und vor allem dadurch bekannt wurde, dass er Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig besiegt hatte. Das gesuchte „Ich weiß nicht“ war übrigens im Juli 2004 Spiegel-online noch eine Schlagzeile wert – einer der normalerweise friedlichen Pflanzenfresser soll im Hungerwahn einen Hund ertränkt haben ... Welches „Ich weiß nicht“ ist gesucht?


Rätsel Januar 2010
Komplizierte Erfindung

Kommunistischer Drogendealer

Trau, schau wem ... Gefährliche Strahlung? Pah! Das schien Vladimir nichts auszumachen. Wieso sollte des farbigen Ferdinands Erfindung auch nur der Wissenschaft vorbehalten bleiben? Nein, da ließ sich mehr draus machen, ein breites Publikum sollte die Früchte der Kathodenstrahlung nutzen können. Vielleicht lag es ja an der Weltwirtschaftskrise, dass seine Erfindung erst Mitte des 20. Jahrhunderts den endgültigen Durchbruch schaffen sollte und das natürlich zuerst in der Hochburg des Kapitalismus jenseits des Ozeans. Als er am Vorabend seines 93. Geburtstags eben dort im kapitalistischen Westen verstarb, hatte er der Welt eine Droge beschert, von der sie nur schwer wieder loskommt und zudem noch miterlebt, wie sie in rot, grün und blau sowie via Weltraum verbreitet wird. Worin besteht die Hinterlassenschaft des Ingenieurs aus Муром?


Rätsel Dezember 2009
Das Wetter passt so gar nicht zum Namen des Rennortes.

Pionier der Informationsverarbeitung

"Sehl velehlte Fleunde, dalf ich mich, unwüldigel Dienel des gloßen Kaisel volstellen. Ich bin ein bedeutendel, abel weitgehend unbekanntel Elfindel." So oder so ähnlich, höchstwahrscheinlich noch etwas blumiger, hätte sich die in diesem Rätsel gesuchte Person wohl vorgestellt. Heutzutage pflegen Erfinder ja ihre Erfindungen schnell mit Patenten sichern zu lassen und sich an Lizenzkosten zu bereichern. Das war damals noch anders. Seine Erfindung wurde als "Top Secret" eingestuft. Und das bei den billigen Rohstoffen: Lumpen, Rinde, Bambus (eine Standard-Zutat für alle Produkte des Landes). Der wilde Westen setzte zur gleichen Zeit auf tierische Produkte. Dennoch eine Revolution: Intellektuelle mussten keine Bodybuilder oder Millionäre mehr sein. Fünf Jahrhunderte sollte es dauern, bis die Araber durch Diebstahl an das geschätzte Gut herankommen sollten. Hoch geschätzt ist es heute nicht mehr, aber seine Verbreitung ... olala! Sollte man von Commodity reden? Schließlich verbrauchen wir weltweit rund 320 Mio. t pro Jahr. Dabei gibt es aber immer wieder Erneuerer, die der Ansicht sind, man käme im Zeitalter von Computern auch ohne aus. Paradox: Auf jedem PC-Desktop findet sich immer noch der Ort, an dem das Gut allzu häufig endet. Apropos Ende: Der hoch dekorierte Offizier setzte aufs falsche Pferd und nahm ein trauriges, sokratisches Ende. Wie hieß der im Reich der Mitte wohlbekannte Eunuch und was hat er erfunden?


Rätsel November 2009
Das Wetter passt so gar nicht zum Namen des Rennortes.

Ungezügelte Ungetüme

Metallisch glitzern sie in der Morgensonne. Sie wollen sich im sportlichen Wettstreit messen. Eigentlich waren alle neu, aber eine nannte sich sogar so. Außerdem waren mit von der Partie eine Unvergleichbare, eine Ausdauernde, eine Rakete und eine Art mythologische Kreatur. Von ursprünglich zehn Teilnehmern waren sie der Rest, der übrigblieb zum Reiterfest. Doch wehe, wenn sie losgelassen... Es knirschte und rauschte und fauchte. Mit einer unfassbaren Geschwindigkeit von 48 km/h raste der Schnellste dahin. Er gewann souverän. Ok, die anderen Teilnehmer erreichten das Ziel erst gar nicht, obwohl der Wettbewerb im Ganzen immerhin neun Tage dauerte. Im Verlauf des Rennens stellte sich auch heraus, dass die mythologische Kreatur es mit der sportlichen Fairness nicht ganz so ernst genommen hatte. Sie wurde disqualifiziert. Der Gewinner dagegen wurde vervielfältigt und tat fürderhin Dienst auf der Rennstrecke. Übrigens sein unvergleichlicher unterlegener Konkurrent war wesentlich länger im Einsatz als der Gewinner. Welcher Wettbewerb wird hier beschrieben?

Rätsel Oktober 2009
Sie legte sich schon mit Mumien an.
Mathematik war ihr Hobby
Skandal! Eine Frau im Hörsaal! Sie bewegt sich in den Kreisen der angesehensten Denker ihrer Zeit und lehrt Studenten – anfangs im eigenen Salon, später wird ihr der Lehrstuhl für platonische Philosophie am Museion angeboten. Dabei hätte der Zeitgeist gefordert, dass sie ruhig und bescheiden eine Familie gründet und für das Heranreifen der Kinder sorgt. "Die beste Frau ist die, von der man am wenigsten spricht", lautete denn auch das verbindliche Verhaltensideal, das der Historiker Thukydides formuliert hatte. "Was kümmert´s mich?", mag die resolute, hochintelligente Wissenschaftlerin sich gesagt haben und erfand ein Gerät, mit dem man die Position von Sternen und Planeten bestimmen kann. Auch das erste Gerät zur Messung der Dichte von Flüssigkeiten geht auf ihr Konto.
Anders als Ihre Erfindungen haben die Kommentare zur "Aritmetica" und den Kegelschnitten leider nicht überdauert. Neben der Mathematik interessierte sie sich für Philosophie, Astronomie und Mechanik. Wenngleich viele ihrer Zeitgenossen sie bewunderten (und zwar nicht nur die Frauen), mit 45 Jahren war Schluss: Ein Mob brachte die Ägypterin 415 nach Christus um.
Wie heißt die Vorreiterin der Emanzipation, deren Geschichte bei den letzten Filmfestspielen in Cannes außer Konkurrenz lief und demnächst bei uns im Kino zu sehen sein wird?

Rätsel September 2009
Täubchen auf dem Thron
Der Erfinder der Strahlenkanone
Geometrie muss schon was Zauberhaftes sein: Zumindest unsere gesuchte Person war von dieser Wissenschaft so angetan, dass er sich erbat, auf seinem Grabstein möge eine Kugel abgebildet werden, die in einen Zylinder eingebettet ist. Naja, er hatte auch herausgefunden, dass das Volumen dieser Kugel genau 2/3 des Zylinders beträgt. Darauf war er eben mächtig stolz. Aber auch Körper, Mondsichel, Spiralen, Zangen und Schrauben sind nach ihm benannt. Sogar die Infinitesimalrechnung hat er fast 2000 Jahre vor Leibniz und Newton „angedacht“.
Er badete in Griechisch, starb mit Latein auf den Lippen – dabei war er alles andere als ein Kosmopolit. Zeit seines Lebens unternahm er nur einen Ausflug nach Alexandria. Dafür stehen seine Entdeckungen heute noch auf den Lehrplänen für Physik und Mathematik. Er war aber weit davon entfernt, ein bloßer Theoretiker zu sein.
Wie heißt das naturwissenschaftliche Genie der Antike, dessen „Strahlenkanone“ die Einnahme seiner Heimatstadt durch die Römer fast zwei Jahre lang verhinderte.

Rätsel August 2009
Täubchen auf dem Thron

Täubchen aus Tausend und einer Nacht

Ist es nun 3000 oder 5000 Jahre her, da Götter noch Menschen zeugten, die von Tieren aufgezogen wurden? Die antike Geschichtsschreibung ist sich da nicht so recht sicher und so können wir die Person, die wir dieses Mal suchen, leicht in den Bereich der Mythologie verweisen. Mythologie hin oder her – die Dame soll sich in vorchristlicher Zeit als Heerführerin betätigt haben, dann die berühmteste Stadt der Antike gegründet und sich mit dem ebenfalls mythischen Gründer von Ninive vermählt haben. Böse Zungen behaupten, sie hätte ihn später um die Ecke gebracht und ihm ein riesiges Mausoleum errichtet. Wobei wir bei Bauwerken wären. Denn bekannt geworden ist unser Täubchen für ein Gebäude: Ein Gerüst aus Brandziegeln mit Etagenböden aus Rohr, Asphalt, Gips und Blei, um ein Durchdringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Obendrauf noch Humus, bewässert vom benachbarten Fluss. Wie heißt die Dame, an deren künstlichem Paradies sich die Archäologen bis heute die Zähne ausgebissen haben?

Rätsel Juli 2009
Er sorgt für kühlen Genuss

Ein kühles Blondes, bitte!

Durch ein Preisausschreiben kam der junge Franke vom rechten Weg ab. Statt einer akademischen Karriere war nunmehr das Bier sein Lebensinhalt. Spaten, Heineken, Carlsberg, Mainzer Actien Bräu – er war nicht wählerisch. Und dabei ließ er auch noch anderes für sich arbeiten („ … so jetzt tief einatmen und dann wieder ausatmen. Und nochmal …“). Und das sehr erfolgreich. Dabei setzte Gottfried nur um, was andere bereits auf Papier festgestellt hatten. Daraus machte er nie einen Hehl. Und er hatte den vorgezogenen Klimawandel auf seiner Seite: Ein milder Winter ´83 füllte die Auftragsbücher seiner Firma. Im gleichen Maße stieg sein Wohlstand.
Cool – nachdem er genügend Geld verdient hatte, übergab er zweien seiner Söhne das Unternehmen und ging wieder an die Universität zurück. Sein König adelte ihn für seine Verdienste, die Fachwelt ehrte in mit einem besonderen Ring und im Sommer sind ihm nicht nur Kinder für seine Erfindung dankbar. Seine Firma existiert übrigens heute noch. Wessen Ideen sorgen heute noch für wohltemperierte Erfrischungen?

Rätsel Juni 2009
Allein die Siegreiche kehrte nach drei Jahren zurück.

Segeln aus Leidenschaft?

Salzwasser gischtet, die Segel blähen sich im Wind, die Sonne wärmt mild die markanten Gesichter der Entdecker ... von wegen Abenteuerromantik! Im 16. Jahrhundert war eine große Segeltour noch ein Himmelfahrtskommando. Und ob die Erde rund ist – wer weiß das schon? Der gesuchte Entdecker sollte 20% von allem erhalten, was er finden sollte – insbesondere Gewürze. Er startete mit fünf Schiffen, eines davon, die Siegreiche, sollte knapp drei Jahre später wieder nach Europa zurückkehren – ohne den Anführer der Expedition. Aber dafür mit einem Tag Abweichung im Schiffslogbuch. Dazwischen lagen Entbehrungen, Meutereien, Hunger, Skorbut, freundliche und unfreundliche Begegnungen mit Einheimischen und die entscheidende Entdeckung der Reise: die Allerheiligenstraße; die heute freilich nach ihrem Entdecker anders genannt wird. Seine sterblichen Überreste blieben auf den Philippinen zurück, als er in einem Konflikt mit Einheimischen getötet wurde. Wie heißt der Entdecker, dessen Namen auch Wolken tragen?